Ein Auftaktsieg des Willens
Spielberichte vom Wochenende

Männer, Oberliga:
HSG Pohlheim II – TuS Holzheim 24:27 (12:13)

Sie mussten nach den jüngsten Verletzungen auf Jannes Krohn (Kreuzbandriss), Max Schneider (Kreuzband-Anriss) und Hannes Jemixe (Bänderdehnung) verzichten, hatten nur noch drei Rückraumspieler zur Verfügung – und trotzdem eröffnete der TuS Holzheim die Saison 2026/27 in der Handball-Oberliga Hessen Mitte mit einem Auswärtssieg bei Aufsteiger HSG Pohlheim II, von dem nicht viele ausgegangen waren. Das Entscheidende für die Ardecker war, dass die Spieler selbst an sich glaubten, allen Widrigkeiten trotzten und aus der hitzigen mittelhessischen Atmosphäre durch ihren 27:24 (13:12)-Sieg die beiden Punkte entführten. „Die Mannschaft hat sich regelrecht zerrissen, als Team alles umgesetzt, was du in einer schwierigen Situation brauchst, sich in jeder Situation gegenseitig unterstützt und die Rückschläge in zusätzliche Motivation umgemünzt“, schwärmte Co-Trainer Martin Horn.
Die Rot-Schwarzen brachten in der Anfangsphase ein geradliniges Tempospiel auf die Platte und konnten sich obendrein auf ihre Deckung sowie Torhüter Joel Steckel verlassen, der in Abwesenheit des privat verhinderten Ben Fischer zur Topform auflief. Dass der TuS-Mittelblock das Pohlheimer Angriffsspiel so erfolgreich ausbremste, überraschte, weil die Kombination im Zentrum erst ganz frisch gemeinsam verteidigt. Lukas Fischer, Maxim Hölzer in seinem ersten Oberligaspiel und Simon Giebenhain nahmen diese Positionen in der Mitte in wechselnder Formation ein. Auch die Aushilfen von Kreisläufer Peter Friedrich aus der 2. Mannschaft und Felix Chodykin, der seine Handballschuhe zum Ende der Vorsaison eigentlich schon an den Nagel gehängt hatte und ob der dünnen Besetzung in die Bresche sprang, machten sich bemerkbar. Als vorgezogener Deckungsspieler ärgerte Chodykin die HSG-Offensive.
Nach der 10:5-Führung riss bei Holzheim für zehn Minuten der Faden, sodass die Gastgeber aufschlossen, zwischenzeitlich führten und das Spiel danach ausgeglichen gestalteten. „Wir hatten vor allem in dieser Phase ein paar Fehler zu viel, aber die haben uns nicht runtergezogen“, lobte Horn die Moral der Mannschaft.
In der zweiten Halbzeit warfen die Aar-Handballer schnell einen Vorsprung von drei, vier Toren heraus. Sie blieben trotz ihres jungen Alters und der hohen Belastung für das schmale Aufgebot ruhig, als Pohlheim die Lücke auf zwei Bälle reduzierte. Die Regionalliga-Reserve reagierte wütend und rustikal. Sie hatte es vor allem auf Rückraumspieler Christoph Horn abgesehen. Schon in der ersten Halbzeit zückten die Unparteiischen einmal Rot gegen Pohlheims Niklas Wenzel, als er Horn im Wurf hart attackierte. Es kam noch schlimmer: Kurz vor Schluss, als die HSG in die offensive Deckung übergegangen war, wurde der sprunggewaltige Halblinke von hinten rüde gebremst. Mit weitreichenden Folgen: Pohlheims „Übeltäter“ Lukas Rösler sah die Blaue Karte, also das härteste Strafmaß im Handball, während der Holzheimer sich am Sprunggelenk verletzte. Der Knöchel wurde schnell dick und blau – der nächste langfristige Ausfall droht. Man befürchtet im Holzheimer Lager, dass die Bänder durch sind. Eine Untersuchung am Montag wird Aufschluss geben. Auch verbal ging das Pohlheimer Umfeld mit dem 20-jährigen Talent nicht zimperlich um. Einen Zuschauer, der Horn verbal beleidigte, verwiesen die Ordner auf Anweisung der Unparteiischen der Halle. Die Holzheimer gaben in dieser aufgeladenen Atmosphäre die Antwort auf sportliche Art und Weise.
Ein Stück Realsatire am Rande des Spiels: Der Hessische Handballverband lehnte kurz vor Saisonbeginn das vom Deutschen Handballbund eingeführte Spielverwaltungs-System „Handball 360“ ab, weil dieses vermeintlich zu fehlerbehaftet sei und setzt weiterhin auf die bisherige Technik. Mit der war das Kampfgericht in Pohlheim derweil nicht in der Lage, das Spiel am Laptop zu laden. Kein Liveticker, keine Informationen und auch am Sonntagvormittag lagen öffentlich noch keine Informationen zum Ergebnis vor.

Holzheim: Lotz, Steckel – Chodykin (1), Friedrich (4), Langenau (7/3), Hölzer (4), Horn (1), Theile, Fischer (6), Giebenhain, Waldforst (2), Bulut (2), Manke.

 

Männer, Bezirksoberliga:
HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim II – TuS Holzheim II  33:27 (16:13)

Die Holzheimer Reserve hat nach den Testspielen beim Saisonauftakt in Breckenheim einen deutlichen Fortschritt gezeigt. Die Zahl 28 spukte Trainer Christian Weiner noch immer durch den Kopf: So viele Fehlwürfe hatte man neulich in einer Vorbereitungspartie abgegeben. „Heute waren es deutlich weniger“, sagte Weiner. Seine Mannschaft bot der Regionalliga-Reserve gut die Stirn, merkte aber auch, dass diese jeden Fehler konsequent bestraft. So zum Beispiel bei drei technischen Fehlern nach dem 12:12-Zwischenstand. „Das Spiel ist auf Augenhöhe verlaufen. Keine Mannschaft war entscheidend besser“, urteilte der TuS-Coach. Ein wichtiger Unterschied bestand darin, dass Holzheim in den entscheidenden Phasen Nerven zeigte und Bälle abgab. „Wir haben dabei heute noch Lehrgeld bezahlt. In Breckenheim mit sechs Toren zu verlieren, ist sicherlich keine Schande. Das Ergebnis ist trotzdem ärgerlich, weil wir das Spiel nicht hätten verlieren müssen“, sagte Weiner. „Hier war heute mehr drin für uns.“
Holzheim: Lotz, K. Fischer – Ohl (8), N. Wolfgram (5/3), Bendel, Hermann, Hoffmeister (4), Schneider, Fennig (2), Grünewald, Arnolds, Jüngst (2), Jakobi (2), Friedrich.


Frauen, Bezirksoberliga:
HSG Sindlingen/Zeilsheim – TuS Holzheim 17:28 (6:14)

In einem sehr starken ersten Saisonspiel verdienten sich die Holzheimer Frauen auch in der Höhe völlig zurecht und leistungsgerecht zwei Punkte. „Alle Spielerinnen machten einen mega Job. Ich bin schon ein wenig überrascht, dass wir schon so weit sind“, hob Trainer Jens Steckel hervor. In der Abwehr stand der TuS mit Hannah Würz als Regisseurin sehr konzentriert, und das, was noch aufs Tor kam, parierte meistens die starke Torhüterin Lisa Armborst. Im Angriff suchte Anna Helfrich immer wieder erfolgreich den Abschluss. Jetzt heißt es, die Woche fokussieren auf den nächsten Gegner Goldstein, den Trainer Steckel zu den Titelanwärtern zählt.
Holzheim: Armborst. Reusch, Fudickar (5), Kolter (2), Mann (6), Trübenbach (8/3), Püst, Korn, Stein, Helfrich (3), Würz (4).
 

Männliche D-Jugend, Bezirksliga:
HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim – TuS Holzheim 20:18 (12:10)

Der TuS Holzheim unterlag in einem engen Spiel der HSG Breckenheim am Ende mit zwei Toren Unterschied. Beide Mannschaften kamen zunächst gut in die Partie und schenkten sich keinen Meter. Nachdem die Anfangseuphorie langsam verschwand, übernahm die Heimmannschaft das Ruder und setzte sich bis zur Pause auf zwei Zähler ab. „Im Verlauf der ersten Halbzeit bekamen wir in der Abwehr zunehmend Probleme mit dem Zusammenspiel der gegnerischen Rückraumspieler, und im Angriff waren wir nicht mehr genug in Bewegung ohne Ball und agierten zu statisch“, resümierte TuS-Trainer Jakob Grünewald. Nachdem sich die Ardecker in der Halbzeit noch einmal einschworen hatten und die Fehler genauestens analysierten, gelobte sie Besserung für Halbzeit zwei. Leider trat nun ein neues Problem auf – die Chancenverwertung. „Bezeichnend waren die drei eigenen Angriffe bei dem Spielstand von 19:18 für Breckenheim, die allesamt nach tollen Angriffen vergeben wurden“, so Grünewald. Zwar unterlagen die Rot-Schwarzen ärgerlich, jedoch war der Trainer mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. „Wir haben einige Dinge gesehen, die es zu verbessern gilt, aber die Mannschaft hat auch viele gute Ansätze gezeigt und in Phasen gut gespielt, sodass wir zuversichtlich sind, dass auf dieser Leistung aufgebaut werden kann“, ordnete Grünewald diese Niederlage ein.
Holzheim: Liras Fuchsberg (1), Jonah Fritz (2), Noah Laux, Nicklas Heßler, Ole Caspers, Noah Stein (4), Bela Strauch (2), Henry Dietrich (1), Malte Dittmar (3/1), Mateo Franovic (5).

 

Männliche D-Jugend, Bezirksliga:
HSG Dotzheim/Schierstein III – TuS Holzheim II 29:32 (13:13)

In einer lange Zeit ausgeglichenen Begegnung zeigten die Holzheimer eine große Willensleistung, die zum Sieg führte. „Die Mannschaft hat gekämpft bis zum Umfallen und einen verdienten Arbeitssieg eingefahren“, sagte Manuel Rojahn aus dem Trainerteam des TuS. Die Ardecker hatten in der ersten Halbzeit lange Zeit nur einen Torhüter und sechs Feldspieler zur Verfügung. Erst im Laufe des Spiels kam Unterstützung nach. Den entscheidenden Unterschied warf Holzheim mit Nervenstärke und Cleverness in den letzten zwei Minuten heraus.
Holzheim: Kai Steckel - Elias Baby (5), Moritz Dittmar (1), Samuel Klankert (5), Hendrik Bendel (11), Lucas Happel (5), Carl Ohl (4/2), Mattis Rammner, Erik Rammner (1), Milan Stumpf.


E-Jugend, Bezirksoberliga:
TuS Holzheim – HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim 0:2

Die HSG Breckenheim/Wallau/Massenheim entwickelt sich immer mehr zum Angstgegner der Holzheimer E-Jugend. Bereits in der Qualifikation musste sich der TuS knapp mit 8:9 geschlagen geben. Aufgrund des knappen Ergebnisses rechneten sich unsere Jungs durchaus berechtigte Hoffnungen auf einen ähnlich engen Spielverlauf aus. Es sollte diesmal ganz anders kommen. Anton Tiele sorgte mit dem 1:0 zwar für einen guten Start, doch das blieb die einzige Holzheimer Führung Die HSG glich postwendend aus und setzte sich immer weiter ab.
Während die Gäste nur wenige Fehler machten, unterliefen den Rot-Schwarzen immer wieder Schritt-, Pass- und Fangfehler. Dadurch gingen viele Bälle unnötig verloren. Wenn es doch einmal gelang, sich gute Chancen zu erspielen, stand da immer noch der starke Torwart der HSG. Mit zahlreichen Paraden verhinderte er Holzheimer Treffer.
Die Gäste spielten dagegen einfachen und schnellen Handball, kombinierten sich mit wenigen Pässen nach vorne und kamen wieder zu guten Abschlüssen. Am Ende war das der entscheidende Unterschied. Einen noch größeren Rückstand verhinderte Torwart Theo Leimpek mit einer starken Leistung.
Trotz der 16:26-Niederlage ist die Auftaktniederlage kein Beinbruch. Die HSG erwischte einen sehr guten Tag und gewann letztlich verdient.