
Männer, Oberliga:
TSG Oberursel - TuS Holzheim 32:28 (15:17)
Ärgerliche und nach dem Spielverlauf vor allem vermeidbare Niederlage für den TuS Holzheim in der hessischen Oberliga im Auswärtsspiel bei der TSG Oberursel. Über weite Phasen des Spiels lagen die Ardecker im Taunus in Führung, eine Viertelstunde vor Ende beim Stand von 21:24 noch mit drei Toren. Aber die Endphase war nicht die Sequenz der Ardecker. Ein 6:0-Lauf der Gastgeber zwischen den Minuten 49 und 55 zur 28:25-Führung wurde den Rot-Schwarzen zum Verhängnis. Das hatte einen Grund: Trotz der Aushilfen von Peter Friedrich aus der 2. Mannschaft und Felix Chodykin besaß Oberursel mehr Wechseloptionen und hatte in der entscheidenden Phase somit auch mehr Kraftreserven. TuS-Coach Miguel Esteves musste die Last im Rückraum auf drei Spieler verteilen. Christoph Horn konnte nach seinem Bänderriss aus dem ersten Saisonspiel noch nicht wieder mitwirken. Im Abschlusstraining am Donnerstag hatte der Halblinke wieder Schmerzen im lädierten Sprunggelenk. Lukas Fischer, Holzheims bester Feldtorschütze in dieser Saison, musste in der zweiten Halbzeit lange aussetzen. Nach einem Schlag ins Gesicht musste ihn Co.-Trainer Martin Horn in der Kabine an Lippe nähen. Fischer biss in der Crunchtime noch einmal auf die Zähne, stellte sich in den Dienst der Mannschaft, konnte deutlich gehandicapt aber auch nichts mehr bewegen.
„Bis zur 50. Minute waren wir die bessere Mannschaft. Aber ein Handballspiel dauert nun mal 60 Minuten“, kommentierte Trainer Esteves des Spielverlauf. Seine Mannschaft setzte den ausgegebenen Matchplan erfolgreich um. Torhüter Ben Fischer stand gut gegen die Oberurseler Abschlüsse aus dem Rückraum und im eigenen Angriff kamen die Aartaler über Durchbrüche zum Kreis zum Erfolg. Eine Schwäche machte sich in der erste Halbzeit aber doch bemerkbar: Nach der 8:5-Führung stand man nach einer doppelten Überzahl gegen die Gastgeber vier Minuten lang in Überzahl auf der Platte. Aber aus dem Vorteil wurde Enttäuschung. Die TSG glich das Spiel mit einem Mann weniger zum 8:8. „Wir haben Oberursel ins Spiel zurückgeholt“, ärgerte sich Esteves.
Kurios: Bei gleichem Kräfteverhältnisse hatten die Ardecker danach wieder Vorteile und sicherten sich einen knappen 17:15-Vorsprung zur Pause. Auch nach der Rückkehr aus den Kabinen blieb Holzheim in der Vorhand und blieb konstant mit zwei, drei Bällen in Front. Dann machte sich der Kräfteverschleiß bemerkbar. Holzheim gelang in zehn Minuten nur noch ein Tor – eine Steilvorlage für die Einheimischen, das Spiel hintenheraus noch zu ihren Gunsten zu kippen. „Die letzten zehn Minuten waren bei uns von viel Hektik geprägt. Ich habe versuch, die Mannschaft in der Auszeit in der 52. Minute noch zu beruhigen, aber das hat leider nicht gewirkt“, berichtete Esteves. Seinem Team gelang es insgesamt zwar gut, den torgefährlichen Julian Rummel unter Kontrolle zu bringen (er erzielte nur zwei Tore), Bennet Wiegands Torgefahr war hingegen nur bedingt einzugrenzen (7/2). Auch Tamino Tascher stand am Ende bei sieben Toren, zuvor waren es für ihn in sechs Ligaspielen in dieser Saison insgesamt „nur“ 21.
Oberursel: Knebel, Witzel – Bick (1), Bachmann, Rummel (2), Widera (3), Broexkes (2), Weidmann (1), Günther (4), Wienand (7/2), Kopecki (1), Tascher (7), Gogolin, Juli (4/4).
Holzheim: B. Fischer, Steckel – Jemixe (2), Langenau (11/6), Hölzer, Chodykin (2), Theile, L. Fischer (6), Giebenhain (3), Waldforst (3), Bulut, Manke, Friedrich (1), Schneider.
Schiedsrichter: Eike Bechthold/Tobias Lambmann (HSG Linden/HSG Gedern/Nidda).
Zuschauer: 80.
Zeitstrafen: 8:4.
Zeitstrafen: 8/6:6/6.
