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Kirmes-Heimspiel eröffnet die Saison

Landesliga-Auftakt am Freitag gegen Lang-Göns

Männer, Landesliga:
TuS Holzheim - TSV Langgöns (Freitag, 20.30 Uhr)

Am Donnerstagabend traf sich die Landesliga-Mannschaft des TuS Holzheim zum obligatorischen Mannschaftsfototermin im Vorfeld der Handball-Saison 2019/20. Es ist ein Motiv entstanden, das die momentanen Sorgen von Trainer Christian Bittkau und Co. widerspiegelt. Die Zahl der abgebildeten Spieler ist nämlich außerordentlich gering. Und das nicht etwa, weil die Aktiven aufgrund von Urlaub oder Krankheiten verhindert war – das Aufgebot der Ardecker gibt nach einem turbulenten Sommer schlichtweg nicht mehr her. Alle Beteiligten müssen den Atem anhalten, dass sich das Verletzungspech von der Ardeck fernhält. Der Stamm umfasst nach aktuellem Stand zwar zwölf Feldspieler plus drei Torhüter, aber der Schein trügt zunächst. Bei Lennart Jakobi sieht es ganz so aus, als sollte er keine Möglichkeit haben, sein Studium in Deutschland fortführen zu können, sodass er schon am Anfang Oktober nicht mehr zur Verfügung steht. Obendrein zog sich Simon Giebenhain bei einem sportlichen Abstecher auf den Fußballplatz eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zu und wird mehrere Wochen zuschauen müssen. Angesichts des personellen Engpasses – ohne Jakobi stünde in Person von Nils Wolfgram zum Beispiel lediglich noch ein gelernter Spielmacher zur Verfügung - nahm Bittkau wieder Gespräche mit Jan-Erik Wolfgram auf, der aufgrund seiner langwierigen Handverletzung mit dem Handball eigentlich schon abgeschrieben hatte, sich nun aber in den Dienst der Mannschaft stellt und aufs Spielfeld zurückkehrt. Wie seine Hand auf die Belastung reagiert, wird sich freilich erst noch herausstellen.
Während der TuS am Kreis mit Dominik Lazzaro, Peter Friedrich und Laurin Moos immerhin dreifach vertreten und somit gut aufgestellt ist, wird es im Rückraum äußerst kritisch. Zu rechnen ist hier zum aktuellen Zeitpunkt nur mit gerade einmal drei Kräften für drei Positionen. Da ist an Verschnaufpausen kaum zu denken, dafür muss Bittkau basteln und improvisieren. Die Außen Maximilian Schenk und David Schwarz können Robert Dettling im linken Rückraum entlasten, Marco Becker könnte durch Giebenhains Verletzung Einsatzzeiten im rechten Rückraum erhalten, sodass Rechtsaußen für Elias Ohl oder Dominik Lazzaro, der als gelernter Kreisläufer dort auch schon Einsatzzeiten bekam, Platz bietet. Die Aufstellung der Holzheimer dürfte nicht selten Formen eines Rangierbahnhofs annehmen.
Dabei sah zu Beginn der Vorbereitungsphase alles noch viel rosiger aus. Auf Bittkaus Spielerliste standen 17 Namen, mit denen er in die Runde 2019/20 gehen wollte. Zu diesem Zeitpunkt standen die Abgänge von Torhüter Marcel Schenk (wechselte zum RPS-Oberligisten HV Vallendar), Bastian Grandpierre (zu Landesliga-Rückkehrer TV Idstein) sowie das berufs- und verletzungsbedingte Aus von Tobias Baum fest. Zudem kündigte Lennard Hien an, dass er aufgrund seines nach Aachen verlagerten Lebensmittelpunktes auch aushilfsweise nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Er ist nach der Abmeldung seines Spielerpasses auch für den Fall der Fälle so schnell keine Option mehr. Jetzt, das es ernst wird hat sich die Situation erheblich verschärft. Das letzte Testspiel gegen die SG Egelsbach absolvieren die Ardecker mit gerade einmal acht Feldspielern, wobei derer vier aufgrund von kurzfristiger Krankheit beziehungsweise Urlaub ausfielen (Alexander Linke, Peter Friedrich, Robert Dettling, Dominik Lazzaro). Sie werden gegen Langgöns wieder zur Verfügung stehen. Müssen sie auch nach den Entwicklungen im Laufe des Sommers: Davin Nink entschloss sich dazu, nach zwei Jahren in Reihen der Rot-Weißen zu seinem Heimatverein HSG Eschhofen/Steeden zurückzukehren, Moritz Rompel erklärte, dass er aufgrund seines vor kurzem begonnenen dualen Studiums zumindest vorübergehend eine Handballpause einzulegen.
Holzheim muss durch die Abgänge beziehungsweise Pausierenden nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ gehörig gehörige Einbußen verkraften, zumal kein einziger Neuzugang an Land gezogen werden konnte. Führungsspieler Tobias Baum wird kaum zu ersetzen sein. Der sprunggewaltige Rückraumlinke Rompel deutete in seinem ersten Seniorenjahr bereits sein Potenzial an und sollte in der neuen Spielzeit allmählich noch mehr Verantwortung übernehmen. Der Verlust von Mittelmann Nink dürfte als Denker und Lenker im mittleren Rückraum mindestens genauso schmerzvoll sein, wirkte der 21-Jährige mit seinem Tempo und seinen Ideen doch immer ausgesprochen belebend auf das Holzheimer Angriffsspiel.
Die gerade im Rückraum entstandenen Engpässe zwingen Trainer Bittkau zum Basteln, Umbauen und Abwägen von Alternativen. So hofft er zum Beispiel, dass Jan-Erik Wolfgram nach seiner langen Pause wieder Fuß fasst. Moritz Schneider, der seit Ende des vergangenen Jahres eine Pause einlegte, kehrte vor einer Woche wieder ins Mannschaftstraining zurück. Beim Rückraumhünen, der sich eigentlich auf ein weiteres handballfreies Halbjahr eingestellt hatte, sich jetzt aber vorstellen kann, im Sinne der Mannschaft die ursprünglichen Pläne über den Haufen zu werfen, könnte es sein, dass er wieder zur Verfügung steht. Im September aufgrund eines Praktikums allerdings definitiv noch nicht.
„Wir haben aktuell natürlich einen sehr kleinen Kader, aber diejenigen, die da sind, ziehen voll mit. Die Stimmung im Training ist positiv und die Jungs glauben daran, dass sie diese Situation meistern können. Wir werden unsere Punkte holen“, ist sich Bittkau sicher.
Im ersten Heimspiel gegen Lang-Göns wird das schwierig. Die Mittelhessen zählen zu den Aufstiegsanwärtern. Die Holzheimer zeigten in Vorbereitung im Angriff zwar gute Leistungen, aber die Abwehr bereitete Trainer Bittkau doch einige Sorgen. Auch beim 34:34-Unentschieden im abschließenden Test vor einer Woche gegen den Süd-Landesligisten SG Egelsbach.  „In der Abwehr müssen wir noch kräftig zulegen, um den starken Gegner vor Probleme zu stellen“, ist sich Bittkau bewusst. Sein Plan sah eigentlich so aus, mit einer offensiver ausgerichteten Deckung in die Saison zu gehen. Aber das birgt gegen die Langgönser mit ihren beiden treffsicheren Außenspielern auch Gefahren in sich.

Der Kader für die Saison 2019/20
Tor:
Alexander Linke, Kevin Fischer, Felix Lotz.
Rückraum: Robert Dettling, Nils Wolfgram, Simon Giebenhain, Jan-Erik Wolfgram, Lennart Jakobi (vorübergehend).
Außen: David Schwarz, Maximilian Schenk, Marco Becker, Elias Ohl.
Kreis: Dominik Lazzaro, Peter Friedrich, Laurin Moos.
Trainer: Christian Bittkau, Co-Trainer Jens Steckel, Torwarttrainer Martin Fischer.
Zugänge: Moritz Lotz (eigene A-Jugend), Elias Ohl (2. Mannschaft).
Abgänge: Tobias Baum (verletzungs- und berufsbedingte Pause), Lennard Hien (Umzug), Marcel Schenk (HV Vallendar), Davin Nink (HSG Eschhofen/Steeden), Bastian Grandpierre (TV Idstein), Moritz Rompel (Handballpause).



Die weiteren Vorberichte aufs Wochenende folgen.



Verfasst am 12.09.2019 10:29 von René Weiss



  
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